Sexualität beschäftigt uns
Sei es unser sexuelles Funktionieren, unser Erleben von Lust und Freude oder auch unsere Identität als geschlechtliche Wesen: Sexualität ist etwas, was uns als Menschen auf unterschiedlichen Ebenen betrifft und bewegt.
Sexualität „ist einfach“?
Wir alle tragen viele Mythen rund um Sexualität mit uns herum. Zum Beispiel, dass die eigene Sexualität einfach gegeben ist. Jedoch verhält es sich mit der Art, wie wir Sexualität leben und erleben gleich wie mit fast allem anderen: ein Grossteil davon ist erlernt, kulturell geprägt und eine Folge von Lernschritten. Unsere sexuellen Fähigkeiten sind erworben und es steckt meist eine Logik dahinter, dass wir unsere Sexualität gerade so leben und erleben, wie wir das eben tun.
Genau hier kann eine Sexualtherapie ansetzen. Denn das, was wir verstehen, das, worüber wir ausreichend informiert sind, das wofür wir eine Sprache haben, wird für uns erst zugänglich und somit auch veränderbar.
Methode Sexocorporel
Das Modell Sexocorporel versucht, verschiedene Facetten von Sexualität zu erfassen und miteinander in Beziehung zu setzen. Es wird der ganze Mensch mit seinem Körper, seinen Gefühlen, seinen Gedanken und seinem Beziehungsnetz als Einheit angesehen. Körper und Geist sind untrennbar verbunden.
Eine grundlegende Basis des Sexocorporel ist Embodiment. Dieser Begriff meint, sehr kurz gefasst, die Verschränkung von körperlichem Ausdruck (zum Beispiel Körperhaltung oder Bewegung) und emotionalem Erleben. Im weitesten Sinne die Verkörperung unseres Denken und Fühlens.
Dieser körperzentrierte Ansatz beinhaltet neben dem Gespräch zu einem Grossteil körperliche Übungen und Gelegenheiten der Selbstwahrnehmung. Durch den Fokus auf den eigenen Körper können Muster bewusstgemacht und im besten Fall durchbrochen werden. Der Körper kann auf einer anderen Ebene kennengelernt werden und neue Formen des Erlebens werden dadurch möglich. Die Übungen ähneln in ihrer Form z.B. Yogaübungen oder Achtsamkeitsübungen.
Liste möglicher Themenschwerpunkte
Dies ist eine unvollständige Liste mit möglichen Themen, für die eine körperorientierte Sexualtherapie nach Sexocorporel sinnvoll sein kann:
– Sexuelle Selbstsicherheit (Selbstsicherheit ganz allgemein)
– weniger (oder mehr) Begehren, als gewünscht ist
– weniger lustvolle Sexualität, als gewünscht ist
– Schwierigkeit, Kontakt herzustellen (zu sich, seinem Genitale, seinem Gegenüber)
– Verunsicherung der geschlechtlichen Identität und den Wunsch, die Verunsicherung zu verringern
(hierbei ist es egal, ob die gefühlte Identität eher weiblich, männlich oder non-binär ist)
– Schmerzen bei sexueller Erregung/während sexuellen Praktiken oder auch „einfach so“
– diffuse bis klar lokalisierbare Schmerzen im Becken- oder Genitalbereich
– eine bevorstehende Operation wie zum Beispiel eine (teilweise) Prostataentfernung oder eine Gebärmutterentfernung
– nach, während oder auch vor Schwangerschaft und Geburt
– Verunsicherung bezüglich den eigenen Fantasien
– körperliche Ablehnung des:der Partner:in oder Teilen des eigenen Körpers
– Verunsicherung, Wunsch nach Klarheit bezüglich der eigenen sexuellen Orientierung
– Verunsicherung darüber, was sexuelles Begehren auslöst
– Schwierigkeiten, eine Erektion entstehen lassen oder aufrecht erhalten zu können
– Schwierigkeiten, die eigene Erregung herauszögern zu können, Gefühl „zu rasch“ einen Orgasmus zu erreichen
– Schwierigkeiten, die Erregung zu steigern, also Gefühl, „zu spät“ oder gar keinen Orgasmus zu erreichen
– Schwierigkeiten, Sexualität zu geniessen
– erschwerte Sexualität durch Traumata, körperliche oder mentale Einschränkungen, Unfälle, Übergriffe
– Schwierigkeit oder Verunmöglichung, gewisse sexuelle Praktiken zu erleben bei gleichzeitigem Wunsch danach
– Wunsch nach Entwicklung
– Fragen zu Pornokonsum
– Fragen zu Adoleszenz
– usw.
Der sexuelle Körper umfasst mehr als das Sexuelle
An dieser Stelle ist es mir wichtig, zu betonen, dass Menschen mit allerlei Anliegen rund um ihre Körpermitte in meiner komplementärtherapeutischen Praxis absolut willkommen sind.
Der sexuelle Körper ist meist ein Teil unseres Selbst, der während unserer Entwicklung und auch im Alltag ausserordentlich wenig Raum und bewusste/zugewandte Aufmerksamkeit erhält (ausser er soll „funktionieren“, uns Lust oder Genuss verschaffen).
Zusätzlich ist alles Sexuelle schnell mit Scham besetzt. So erstaunt es nicht, dass viele Beschwerden gerade in diesem Bereich entstehen.
Seien es Krankheiten oder Schmerzen (oder etwas völlig anderes): in meiner Praxis verfolge ich, wo angezeigt, einen ganzheitlichen, integrativen Ansatz, bei dem die Sexualität eine Rolle spielen kann, aber nicht muss.
Kontaktaufnahme
Wenn Sie sich angesprochen fühlen und entweder gerne einen Termin vereinbaren oder noch mehr Informationen erhalten möchten, nehmen Sie bitte direkt mit mir Kontakt auf (per E-Mail oder Telefon).
Interdisziplinäre Arbeit
Es gibt Themen, bei denen ich die Konsultation einer anderen Fachperson empfehle. Mehr Infos dazu finden sich unter Links für andere therapeutische Angebote.
