Schwierigkeiten mit der Sexualität kommen in erster Linie ausserhalb einer Sexualtherapie zur Sprache. Denn Sexualität betrifft alle Menschen in allen Lebensbereichen in irgend einer Form. Oftmals ist eine sexologische Beratung erst ein verhältnismässig später Schritt. Deshalb sollte Sexualität auch im professionellen Kontext mit einer grösseren Selbstverständlichkeit thematisiert werden.

Ungewohntes Terrain

Eine gewisse Sprachlosigkeit bei dieser Thematik macht auch vor Fachpersonen aus den unterschiedlichsten Gebieten nicht halt. Die gesellschaftliche Tabuisierung greift über in die Psychotherapie, Gynäkologie, Geburtshilfe, Männerberatung, in die Pflege oder in den Sozialdienst: sobald sich Themen rund um die sexuelle Gesundheit zeigen, macht sich eine gewisse Unsicherheit breit.

Meiner Erfahrung  nach ist es sehr heilsam und wichtig, Menschen auch in Fragen zu ihrer Sexualität abholen zu können. Damit ist nicht unbedingt gemeint, auftauchende Fragen gleich zu beantworten oder zu bearbeiten. Aber, wenn es angezeigt ist, nachzufragen und wertfrei zuzuhören – und allenfalls an die richtige Fachstelle weiterzuvermitteln.

Oftmals fühlen sich Klient*innen irgendwie „falsch“ mit ihren Anliegen bezüglich Sexualität und sexueller Gesundheit. Dieser Eindruck wird durch die Sprachlosigkeit auf Seiten von Therapeut*innen oder anderweitiger Fachpersonen verstärkt.

Sexualität durchwirkt viele Lebensbereiche

Es ist ein Thema, das unglaublich viele Menschen irgendwann in ihrem Leben beschäftigt. Unter Umständen werden lange und unnötige Leidenswege durch die Tabuisierung des Themas begünstigt.
Sexualität, sei sie gelebt oder nicht, spielt im Leben der meisten Menschen eine erhebliche Rolle, auch weil sie eng im Zusammenhang mit der eigenen Identität steht. Fragen dazu stehen oft im Zusammenhang mit anderen Anliegen, die Menschen beschäftigen.

Einige Beispiele, bei denen es wichtig sein kann, dem Thema Sexualität Raum zu geben – dies ist keine abschliessende Liste:
– Schwangerschaft und Geburt
– Paardynamiken
– Adoleszenz
– Veränderung im Alter
– Geschlechtsidentität
– Selbstsicherheit, Selbstwert
– Selbstregulation
– Essstörungen
– Wut, Emotionsregulation
– chronische Krankheiten, Schmerzen
– Beeinträchtigungen
– Prostatektomie
– Dyspareunie
– Vaginismus
– Phobien
– dranghaftes Verhalten

Fragen zu Sexualität sind schnell ein „heisses Eisen“, an dem sich die wenigsten Fachpersonen die Finger verbrennen wollen – oftmals aus eigener Unsicherheit dem Thema gegenüber.

Ein Fachreferat für mehr Sicherheit mit dem Thema

Das Fachreferat hat nicht den Anspruch, das Thema völlig zu „entmystifizieren“; es möchte aber entdramatisieren und normalisieren. Denn Sexualität bewegt sich immer innerhalb eines gelernten Systems, sie hat eine Logik, die sich meist auch mit anderen Aspekten bzw. Gesundheitsfragen einer Person in Zusammenhang bringen lässt. Dies zu verstehen, kann schon ein erster Schritt sein, das Thema zukünftig etwas gelassener anzugehen.

Das Fachreferat findet auf Anfrage statt. Es kann beispielsweise für ein Team, eine Klasse oder eine Institution gebucht werden. Es ist möglich, spezifische Themenschwerpunkte zu definieren, die für die entsprechende Zielgruppe besonders relevant sind.

Kosten: auf Anfrage – je nach Aufwand